Anna Louisa Belz

Ein Beitrag von Anna Louisa Belz für die Gruppenausstellung First Cut anlässlich Club Collega 2026.

Sie kreiert Collagen so, wie sie Identität erlebt: durch Ansammlung, nicht durch Planung.
Anna Louisa Belz beginnt nicht mit einem Konzept. Sie spielt mit Materialien, bis sich etwas durchsetzt. Eine Farbe, eine Geste, eine gerissene Kante, die neben ein Gesicht gehört, das sie nicht eingeplant hatte.
Die Komposition entsteht durch Anordnen und Umordnen. Während des Prozesses hat sie eine Ahnung von dem, was entsteht, vermeidet aber die bewusste Analyse. Erst beim Fertigstellen, manchmal erst lange danach, liest sie in der Arbeit, was tatsächlich in ihr steckt.

Ihre Arbeiten kreisen um Fragen der Identität, aber nicht als etwas, das sich definieren oder auflösen ließe. Identität ist in ihren Collagen porös: Inneres und Äußeres durchdringen einander, Gegensätzliches steht im selben Bild, ohne sich zu einer Lesart zu fügen. Die Figuren, die sie zusammensetzt, sind fast immer zwischen zwei Zuständen gefangen. Fassung und Ausbruch. Sichtbarkeit und Verbergung. Stille und Bewegung. Sie hält die Dualität aus, statt sich für eine Seite zu entscheiden. Ihre Collagen werden selten geklebt. Die Zustände, die sie darstellt, sind nicht fixiert, und die Materialien, die sie tragen, sind es ebenso wenig. Was die Komposition festhält, ist die Kamera. Der Auslöser ist der einzige unumkehrbare Akt in ihrem Prozess. Die Titel ihrer Arbeiten findet sie am Schluss, manchmal erst Monate nach der Entstehung. Sie sind weniger Beschriftung als Erkenntnis. Das Verstehen ist immer der letzte Schritt.

Anna Louisa Belz arbeitet in Serien und verwendet gefundenes Bildmaterial, bemalte Oberflächen und organische Materialien.
Wiederkehrende Themen sind die Durchlässigkeit von Identität, Körper zwischen gegensätzlichen Zuständen und das bewusste Vorenthalten vollständiger Lesbarkeit.
Ihr Prozess ist intuitiv: sie wählt Materialien instinktiv und benennt ihre Arbeiten oft erst Monate später, wenn sie versteht, welche Prozesse zum Zeitpunkt der Erstellung in ihr am Werk waren.

Anna Louisa Belz ist eine interdisziplinäre Künstlerin aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Sie arbeitet mit Collage, Fotografie, Malerei und Text.
Während ihres Studiums der digitalen Fotografie an der Fotoakademie Köln fand sie zur analogen Collage, die seitdem ihr Hauptmedium ist.

Ausstellungen 

2026 Zeitfenster, Atelier Waldstraße, Kunstansichten Offenbach (G)
2025 No Plan(et) B, Galerie Edouard Rangnau, Siegen (G)
2025 Unwesen | Kunsttag Siegen, Galerie Edouard Rangnau, Siegen (G)
2024 Danza della Morte, Ev. Gymnasium Siegen (G)
2024 Sommergalerie, Kultour Hanau (E)
2023 Werkraum Hanau, Kunst-Adventskalender
2023 KunstAchter, 57Nord Offenbach (G)
2023 Zweierausstellung mit Jürgen Treu, Kunstverein Offenbach (G)
2022 Superladen 2022, Offenbach (G)
2021 Identity, Projektraum Genau am Ort, Offenbach (E)
2020–2024 Bernard lädt ein, 57Nord Offenbach (G)
2018 Grey is the new pink, Weltkulturenmuseum Frankfurt (G)
2017 Siegen – Eine Love Story, frei:raum Siegen (E)
2017 Kopfsache, frei:raum Siegen (G)
2016 Positionen inszenierter Fotografie, Kulturbunker Köln (G)
2016 Positionen inszenierter Fotografie, Fotoakademie Köln (G)
2016 Kleinod, Siegen (E)
2009 Gemeinschaftsausstellung, KrönchenCenter Siegen (G)

Zu ihrer Webseite
Instagram 

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